… werden wir emotional erpresst. Und zwar vom Kindergartenfotografen. Das ist eine Anfechtung, aber leider nicht strafrechtlich ahndbar. So lange man nur ein Kind in der Institution hat, ist alles kein Problem. Man kriegt eine Mappe mit mannigfaltigen Fotoprodukten, die mit dem lieben Antlitz des kleinen Schatzes verziert sind, denkt an die Menge von Großeltern, die man damit erfreuen kann und zückt das Portemonnaie, ohne die Wimper zu zucken.
Aaaber – wieder einmal hat der perfide Geselle zwei der drei weltentzückendsten Kinder in seine Klauen bekommen. Deshalb haben wir jetzt nicht nur eine Mappe mit Fritz-Fotos und eine mit Ava-Fotos zur Ansicht, sondern zusätzlich – Obacht! – zwei verschiedene Mappen mit Geschwister-Motiven. Somit liegen auf unserem Küchentisch Fotoprodukte im Wert von 110 Euro.
Verkompliziert wird das Ganze durch die undurchsichtige Preispolitik: Nimm die Vignetten-Aufnahmen, und Du kriegst zwei Kalender dazu. Nimmst Du aber stattdessen das große Portrait, gibt es ein Gruppenfoto und einen Taschenkalender obendrein. “Ach weißt Du was?” scheint die unsichtbare Fußnote zu lauten, “Nimm doch einfach die ganze Mappe, dann musst Du nicht soviel nachdenken.”
Werden die Kleinkrafts sich emotional erpressen lassen und Fotos im Wert von drei Paar Kinderschuhen kaufen? Oder werden sie diesmal hart bleiben, konzentriert und kühl das vorteilhafteste Paket auswählen und den Rest hartherzig zurück gehen lassen? Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein…